Salut Thorsten
Zitat
Aus dem Bauch heraus traue ich der Konstruktion dennoch weniger als einem Ring und einem daran geknoteten Seil
Das verstehe ich schon, kannst aber wirklich drauf vertrauen, das dies die belastbarere Methode ist.
Nicht umsonst wird sie auch beim Kitesurfen, Snow etc. verwendet. Als Hersteller für fertige Leinensets für Kitesurfen haben wir das mit Zugkraftmessgeräten ausprobiert. Es zeigt sich, dass die haltbarste Verbindung zwischen zwei Dyneema-Leinen eine Bucht in Bucht ist, bei der die Schlaufen nicht geknotet, sondern auf einer Länge von etwa 80mm mit einem Zick-Zack-Stich genäht sind, wie es bei Gleitschirmwaagen üblich ist. (Länger ist unnötig, sowie auch das Verriegeln der Naht, was nur eine zusätzliche Perforierung zur Folge hat.) Natürlich ist eine Bucht in Bucht beim An- und Abknüpfen
sehr unpraktisch, daher wird die Bucht auf ein immer etwas stärkeres (um den Verlust der Zugfestigkeit durch den Knoten auszugleichen) Endstück mit Knoten angeknüpft.
Mit dieser Verbindung bleiben bis zu 85% der ursprünglichen Zugfestigkeit der Leine erhalten, ein guter Wert, wenn man bedenkt das ein einfacher Knoten im Seil diese auf 50% herabsenkt.
Aber wie du siehst, ist das eigentlich nur wichtig für Extrembereiche, und bei Verwendung von mittelgrossen Drachen spielt es keine Rolle ob Ring oder nicht. Das ist dann mehr Geschmackssache und Philosophie. (Ich mag kein Metall an Drachen, dass steht für mich im Gegensatz zu Leichtigkeit, ist also rein psychologisch).
Bei grösseren Stücken wird es allerdings schon kritisch, da hier durch das dynamische Arbeiten der Flugleine hohe Zugkraftspitzen auftreten können, die am besten durch ein elastisches Seil abgefangen werden können, (daher sollte man hier möglichst kein Dyneema oder Kevlar verwenden). Der Schwachpunkt eines solchen Systems bildet dann immer der starre Teil : Ring, Karabiner, Wirbel.
Und man müsste dann schon überdimensionierte Ausführungen verwenden um das auszugleichen.
Und noch zum Buchtknoten:
Wer Probleme hat beim Aufziehen, (insbesondere bei Minusgraden bricht man sich machmal die Finger an Knoten ab), der kann sich in der Schlaufe noch so ein kleines "Lätzchen", wie es häufig an Reissverschlüssen von Jacken zu finden ist, anbringen. Da zieht man dann einfach drann und schon geht die Bucht auf. Funktioniert auch mit Handschuhen. (Vielleicht schaffe ich es mal ein Bild reinzuhängen.)
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