Beiträge von DeDrache

    Zitat von Nullwindgrisu


    Ich würde die Frage gerne nochmal aufwerfen. Welche Seite wird auf das Papier geklebt?


    Da die Hautseite besser Druck aushält, wird sie auf die Innenseite der Stabbiegung gelegt, das Papier wird also meistens auf die "weiche" Seite geklebt.


    Zitat

    Ist Bambus wirklich so biegsam, dass man damit einen Kreis machen kann, wie für manche Bilder benötigt?


    Bambus kann man mit etwas Wärme (Kerzenflamme, Spiritusbrenner, Heißluftgebläse) in fast jede beliebige Form biegen. Vor allem bei traditionellen chinesischen Drachen wird davon reichlich Gebrauch gemacht.

    Hallo,


    Große Eddys kann man auch ohne heutige Technik bauen !
    Hier ein Beispiel aus der absoluten Anfangszeit der Eddydrachen:
    Hugh D. Wise aus New York, ca. 1895 !!
    Höhe und Breite je 18 Fuss = 5,5m
    Querstab gebogen, wahrscheinlich im mittleren Drittel gedoppelt (der Querstab wurde damals übrigens immer zwischen Längsstab und Segel gelegt).


    Das sind Maße, die erstmal übertroffen werden wollen
    ;)

    Hallo,


    ich hab mir mal die Videos vom "Papillon" angesehen. Der Schirm ist im Grunde ein Nasa-Wing ohne Mittelbahn. Bei der Entwicklung des Nasa-Wing gab es damals sowieso etliche Varianten, die Form, die wir von der Wiese kennen war Muster Nr. 5 (daher NPW 5) von mindestens 9 getesteten Modellen.
    Als Drachen wird der Papillon so, wie er auf den Videos zu sehen ist, kaum Spass machen. Bei genauerer Betrachtung der diversen Scenen kann man erkennen, dass der Flügel maximal auf einen Gleitwinkel von 45° kommt, das wäre auch dann der größte Leinenwinkel der erreichbar wäre.

    Hallo Torsten,


    da fällt mir bei deiner Beschreibung spontan ein echter Klassiker ein:


    Ohashi's Expandable Box Kite:





    Falls das dein Drachen ist, dann hast du dir wirklich was vorgenommen !! :D


    Wenn das wirklich der Drachen ist, den du gesucht hast, kannst du dir entweder die betreffende KiteLines von 1984 (SUMMER-FALL ,Vol. 5 No. 2) im Netz besorgen oder du meldest dich bei mir.

    Hallo,


    Danke für das Lob zu meinen Drachen :D


    Zitat von Wolkenwolf

    Ist damit der Übergang von der Ecke (Rahe ) zum eigentlichen Segeltuch gemeint?


    Genau das habe ich gemeint. Der Stoff wird sonst hart, das sieht nicht gut aus und bricht leicht.


    Weiter viel Spaß mit dem Drachen und vorsicht, das ist bestimmt nicht euer letzter "Klassiker".


    Hallo Ihr Beiden,


    da habt Ihr euch als ersten Baumwolldrachen gleich mal was ordentliches vorgenommen :H:
    Beim Lecornu besteht keine Alternative zum Kleben, die Stoffstreifen müssen vollflächig geklebt werden, ausserdem wird auf der Aussenseite jeweils nochmal ein dünner Holzstreifen aufgeklebt. Holzleim (Ponal) ist dafür auf jeden Fall die richtige Wahl, macht aber erst mal ein paar Versuche, der Kleber sollte in der Klebefuge bleiben und nicht im Stoff weiterziehen.


    Ich habe den Lecornu Multizeller in gerader Ausführung (Historical Kite Workshop) und in schräger Variante (nach dem Buch von Lecornu) gebaut, sehr interresante Drachen !


    Viel Spass


    Hallo Gerhard,


    ich habe eben noch einmal in meinen Unterlagen nachgesehen, sehr viel spezielles Wissen zum Anémomètre hat Pierre Mazières (http://cerfvolantancien.free.fr). Pierre hat über den Drachen schon geschrieben und Vorträge (z. B. Historical Kite Workshop) gehalten. Schreib ihn doch einmal direkt an (mazierespierre@wanadoo.fr). Pierre spricht (und schreibt) zwar kein deutsch, das erledigt dann aber Bettina (seine Frau) für ihn.
    Wenn du schreibst, grüß die beiden von mir ;)

    Zitat

    Original von Donnas Dog
    Hallo !


    Kennt jemand den Namen dieses Drachens ? Oder gar einen Link zu einem Plan/Skizze, muss nichts genaues sein, baue sowieso immer "irgendwie" nicht ganz nach Plan.


    Gerhard


    Hallo Gerhard,
    für mich sieht das sehr nach einer modernen Variante des "Cerf-volant anémomètre" von 1913 aus. Gebaut und genutzt wurde der Drachen damals von J. Nerlow am meteorologischen Institut in Trappes zur Messung der Windgeschwindigkeit.
    Plan habe ich im Netz nicht gefunden, der zirkuliert wohl nur in Frankreich. Der Drachen auf dem Bild ist sowieso eine individuelle Abwandlung des Klassikers.

    Hallo Michael,


    warum willst du den Lauf der Leine im oberen Aufhängepunkt optimieren ?
    In der Originalanleitung von Picavet war die Schnur im oberen Aufhängepunkt sogar fest eingklemmt. Die Schnur läuft hier oben nur, wenn die Ebene des Picavetkreuzes kippt, das ist aber genau das, was wir auf jeden Fall vermeiden wollen !
    Versuchs mal mit einem Musteraufbau. Wenn du dein Kreuz waagerecht ausgerichtet hast, kannst du die Leine oben und unten festklemmen, das Kreuz bleibt bei jeder Neigung der Drachenleine waagerecht. Das ist genau das, was eine Picavet ausmacht.

    Zitat

    Original von Ralf
    Schade, dass es beim Video am Ende nur noch ein Standbild gibt. Ohne Schwanz fliegt das Vieh doch nie 8-)


    Muss er auch nicht, da ist ein Papierband als Schwanz vorgesehen !


    Zitat

    An welches russische Buch denkst Du, Dieter?


    Das Buch ist von S. P. Pantjuchin (С. П. Пантюхин), nennt sich "Drachenstation für Kinder" (Детская Змейковая Станция) und wurde 1941 in Moskau aufgelegt. Ein sehr 'buntes' Buch mit 'Zitaten' aus fast allen bis dahin geschriebenen Drachenbüchern (Übernahmen von Lecurnu incl. der Fehler, Honold, Horstenke bis zu Zeichnungen und Fotos von Valentin Oesterle) aber auch sehr interessanten russischen Drachen wie Uljanin oder russischen Varianten des Cody-Warkite.


    Der Faltdrachen, um den es hier geht hat taucht übrigens auch in Horstenke's "Windvögel" und auf der letzten Seite vom Pelham auf. Die Krönung ist nach dieser Veröffentlichungsgeschichte aber ein US-Patent von 1961 (US-Pat. 3.007.659 , R. Zachary, 'Kite') in dem der Drachen nach mehr als 20 Jahren im Umlauf sogar noch patentiert wird.

    Hallo,
    der zweite Drachen den Maxi genannt hat (easy paper kite) ist meiner Meinung nach auf jeden Fall ein ernst zu nehmender Kandidat auf die Anfangsfrage. Der Drachen sieht zwar aus wie ein Rogallo, ist aber mit Sicherheit deutlich älter. Der Drachen taucht ab den 30ier Jahren in einigen Drachenbüchern unter dem Namen "Mönch" auf (die älteste Darstellung, die ich sofort greifen kann ist ein russisches Drachenbuch von 1941).
    Vielleicht hat Francis R. ja auch so ein Buch gelesen ;)

    Hallo Sepp


    mal sehen, ob ich hier etwas Erleuchtung bringen kann.


    Zitat

    Aber wie hält die 'innere' Seite (also die untere Seite des oberen Kasten und die obere Seite des unteren Kasten) der Kästen fest? In der Anleitung zur Hamburger Sturmbox wird das wohl über Spannschnüre gemacht. Aber Spannschnüre habe ich auf den wenigsten Fotos von Kastendrachen gesehen.
    Gibt es da alternative Möglichkeiten?


    Die "klassische" Methode für Kastendrachen ist es, den Stoff auf den Rahmen aus Holz aufzukleben und zu nageln! Bei modernem Rahmenmaterial kommt nageln natürlich nicht in Frage, also entweder Spannschnüre oder evtl kleben. eine Weitere Möglichkeit ist, die Stabtaschen durchgehend durch beide Kasten zu machen. Bei geflügelten Kastendrachen sind die beiden "Kästen" auch durch die Flügel verbunden (Skywindow, Conyne, Oberflügel des Cody) und die Spannschnur kann entfallen.


    Zitat

    Die Befestigung sollte auch so flexibel sein, dass ich die Flügel an- und abbauen kann - je nach Bedarf.
    Hat da jemand Tipps für mich?


    Flügel mit 4 Bindeschlaufen jeweils vor und hinter dem Kastensegel anbinden oder Flügel mit Klettband an der Box und mit Stabtasche im Zwischenraum anbringen.


    Zitat

    Und noch etwas: auf manchen Fotos von Kastendrachen habe ich gesehen, dass die Stabilitätskreuze nur im Inneren des Drachen befestigt sind, und manchmal, dass sie durch die Kästen 'durchstechen'. Ist das einfach Geschmacksfrage oder verändert das das Flugverhalten?


    Enden die Spreizen im Inneren des Kasten, werden die Längsstäbe z.T. sehr stark auf Biegung beansprucht und müssen entsprechend stark ausgeführt werden. Wenn die Spreizenenden über den Kasten hinausgehen kann die Kraft über ein (Dreiecks-)Segel oder Spannsschnüre in die Längsstäbe geführt werden und die Beanspruchung wird verringert. Zusätzlich bieten die Überstehenden Stabenden die Möglichkeit, die Drachenfläche durch Zusatzflügel wirksam zu vergrößern ohne das Gewicht zu sehr anzuheben.

    Hallo Martin,
    da bin ich ja richtig neidisch auf das Teil. Einen Spinnaker-Powell wollte ich schon immer mal haben ;)

    Zitat


    kann mir vielleicht jemand anhand des Etiketts sagen, wann ca. der Drachen gebaut wurde?


    Das Etikett sagt mir nichts. Der Drachen taucht bei mir in den Unterlagen von Ende der 70iger bis in die 90er auf.
    Ich blättere mal nach, ob die zweifarbige Ausführung (normal war einfarbig) da irgendwie weiterhilft.


    Zitat

    Ich bin mir auch nicht sicher, ob er veränder wurde, oder ob es sich um ein original abgeändertes Modell handelt, da ich links und rechts auf den Tips auch Anknüpfpunkte der Waage habe, aber diese sind nicht mehr mit der Hauptwaage verbunden!


    Die Schnüre links und rechts sind tatsächlich Waageleienen, der Powell hatte eine dreischenklige Waage auf jeder Seite. Auch ansonsten sieht der Drachen auf den Bildern sehr gut erhalten und fast vollständig original aus. Das einzige offensichtlich ausgewechselte Teil sind die Quersprwizen die im Original natürlich auch aus weißem GFK waren. Diese Querspreizen werden übrigens vor dem Segel eingebaut !!
    Falls du mir deine E-Mail zukommen lässt kann ich dir ein PDF mit der Original-Bedienungsanleitung (ein Doppelblatt) zukommen lassen.