Beiträge von Stefan_B_Z

    Danke für den Zuspruch.


    Übrigens: Mittlerweile gibt's vom "Glücksgriff" auch die Baunummer 2:



    Mein Sohn hat sich ein eigenes Exemplar gebaut, mit leichten Modifikationen. Tuch, wie gehabt, ist Icarex. Die wesentliche Änderung besteht darin, dass statt 4mm nun 5mm Exel-Rohre zum Einsatz gekommen sind. Etwas schwerer natürlich, und braucht etwas Wind. Dafür ausprobierterweise windmäßig nach oben hin deutlich mehr Luft. Samstag früh bei bockigem Wind hat das Ding eine sehr gute Figur gemacht, wenn richtig Druck auf die Leinen kam. Ebenso in den Windlöchern dazwischen. Der Charme dieses Layouts besteht in der Harmlosigkeit bei ständig wechselndem Wind. Kein Stress. Einfach losfliegen und Spaß haben.


    - Stefan

    Moin zurück, Jens.


    Und danke für Deine Gedankenanstöße. Ich nehme sowas gerne auf. Dies ist erst meine zweite eigene Konstruktion, und ich stehe noch ziemlich am Anfang meiner Lernkurve.



    ... Es erstaunt mich aber, daß Du eine so lange Waage gewählt hast.


    Ja, die ist tatsächlich ein wenig auf der langen Seite. Aber die Idee dahinter liegt in den Windverhältnissen hier im Südwesten begründet. Der Wind ist hier niemals konstant. Und bei Leichtwindbedingungen kann schon mal innerhalb einer Minute alles dabei sein von "Das Ding fällt runter mangels Wind" bis "Die Schleppkante knattert". Die gewählte dünne Bestabung ist nicht für die Halle gedacht und muss auch eine Bö aushalten können. Hab mal nachgerechnet: Eine Seite der UQS ist 570mm lang. Bei dem Querschnitt des 4er Exel-Rohres von 4/2,5 und einem (angenommenen) E-Modul von 120.000 N/mm² ist die Euler-Knicklast gerade mal 8 daN. Da braucht es nicht viel Leinenzug, bis sich die UQS verabschiedet. Vielleicht bin ich ja in dieser Hinsicht zu sehr als Schisser unterwegs. Aber ich wollte safe bleiben und die UQS mit einer lang geknüpften Waage entlasten. Soviel zur Idee dahinter. Aber vielleicht habe ich es ja auch übertrieben.



    Weiße Standoffs? GFK? und Gummi Standoffhalter auf der uQs? Mit Cfk in 2mm und Jacos auf der uQs (evt. sogar gekürzt) könntest Du evt. noch 5 bis 8 gr. einsparen ...


    Die Jacos hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Wusste gar nicht, was das ist und musste erstmal googlen ;) Die Dinger sehen gut aus, und ich werde sie in Betracht ziehen.


    Ja, ich habe weißes GFK gewählt. Vielleicht oute ich mich hier wieder als Schisser. Aber 2mm CFK ist so filigran, dass vor meinem geistigen Auge die Stand-Offs vielleicht nicht in der Luft, aber spätestens beim Verstauen im Kofferraum sterben. Aber vielleicht bin ich auch hier zu konservativ an die Sache gegangen.



    Eine andere Idee ist auch die äußeren Standoffs 1-2 cm zu kürzen und die Inneren entsprechend länger zu machen, daß kann die Fluggeschwindigkeit etwas erhöhen, was im extremen Leichtwindbereich von Vorteil sein kann.


    Die Idee war, Geschwindigkeit hintan zu stellen und mit einem breiten Tunnel das Ding bei wechselhaften Bedingungen harmlos zu machen. Ich weiß noch nicht, ob ich diesen Konstruktionsansatz antasten will, weil er zunächst einmal ganz wunderbar funktioniert. Aber ich nehme Deinen Ansatz mal mit, dass gerade bei Leichtwind ein wenig Extra-Speed nützlich sein kann.


    Ich denke, bei der nächsten Materialbestellung werden ein paar Jakos und auch ein wenig 2mm CFK im Warenkorb sein. Und dann werde ich ein wenig rumspielen. ^^


    Vielen Dank für Deine Anregungen, Jens.


    - Stefan

    Moin zusammen.
    Zunächst vielen lieben Dank für's eifrige und engagierte Mitmachen.



    ... All das kann man nicht in Zahlen ausdrücken... Ich möchte mein Hobby überhaupt nicht so in enge Zwänge und Formeln packen, ich will Spaß dabei haben ...

    Jupp, das ist eine wichtige Aussage. Freude, Bauchgefühl, vielleicht auch Unvernunft, all dies ist Teil des schönen Hobbys. Wenn sich etwas einfach nur gut anfühlt, dann ist das schon ein legitimer Grund. Im Freizeitbereich habe ich selber oft genug den Hang dazu, Dinge einfach anders zu machen, allein aus dem Grund weil ich Lust darauf habe. Und nicht etwa, weil es vernünftig oder durch Zahlenwerte diktiert ist.


    Auf der anderen Seite steht aber, dass ich immer ganz gerne weiß, was ich da tue, und warum. Das ist eben so ne Macke von mir. Da hilft dann kein Verweis darauf, dass alle anderen dem Weg X folgen. Das könnte ich eher als Provokation empfinden, jetzt erst recht den Weg Y einzuschlagen.


    Aber gut, ich finde jetzt doch einige für mich nachvollziehbare Argumente, die für Nylon sprechen. Kurz zusammengefasst scheint sich dieses Material aufgrund seiner Elastizität unter Winddruck besser auszuformen und außerdem eine böendämpfende Wirkung zu haben. Das sind Aussagen, die ich gut einordnen kann.


    Wie das alles in meine aktuellen Projektideen hineinpasst, kann ich im Moment noch nicht sagen. Aber so oder so helfen mir Eure Gedankenanstöße. Also noch einmal Danke dafür.


    - Stefan

    Was genau sind die Vorteile von Nylontücher?

    Tatsächlich habe ich das anhand der Beiträge hier noch nicht herausfinden können.


    Ich lese: Die sind super. Aber niemand präzisiert, warum das so sein soll.


    Ich spekuliere mal ein bißchen herum:
    Vom Segeln her bin ich den Umgang mit dem Spinnaker gewohnt. Das ist keine Tuchbeschreibung, sondern so heißt dieses große blasenförmige Vorsegel. Auf einer Fahrtenyacht ist so ein Ding schon mal 100 m² groß und will bei Wind und im Seegang auf dem wackelnden, nassen Vorschiff gebändigt werden. Dabei ist ein ganz wichtiges Kriterium, dass der Spinnaker in einem Rutsch und ohne zu hakeln aus dem Sack in den Wind rauscht. Umgekehrt muss das Riesending ohne Theater wieder geborgen werden können. Da ist dieses weiche, flutschige Nylon von Vorteil. Auf einer kleineren Segeljolle habe ich mal ein Vorsegel aus dem härteren Polyestertuch gehabt. Ist formstabiler, aber schwieriger im Handling.


    Übertragen auf die Drachenwelt heißt das für mich: Ich kann mir gut vorstellen, dass die Einleiner-Leute mit großen Motiv-Drachen ebenfalls gutes Handling suchen und mit Nylon glücklich werden. Aber bei Stabdrachen ist es doch eher anders: Auf- und Abbauen sowie Verstauen im Köcher sind keine Herausforderungen. Im Flugbetrieb wird eine mäßige Segelfläche durch ein Stabwerk in Form gehalten. Hier denke ich will man wenig Deformation sehen. "Leicht", "steif und "formstabil" sind dafür die wesentlichen Kriterien. Technische Daten findet man praktisch nicht, aber beim Lesen gewinnt man den Eindruck, dass in dieser Hinsicht Polyester gegenüber Nylon vorne liegt. Unter diesem Aspekt ist kein Vorteil von Nylon erkennbar.


    Klar, es gibt billige, schlechte Tücher und teure Tücher mit hochgelobter Qualität. Da darf man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Also wende ich mich mal einem hochqualitativen und hochpreisigen Vergleich zu: Icarex (Polyester) vs. Chikara (Nylon):


    Chikara wird mit 41 g/m² angegeben. Für Icarex findet man trotz der Bezeichnung PC31 ein Tuchgewicht von 37 g/m². Das sind grob gerundet gerade mal 10% Differenz.


    In Ermangelung technischer Daten halte ich mal fest, dass mit steigendem Tuchgewicht auch Festigkeit und Steifigkeit steigen. Unter diesem Aspekt spielen Chikara (Nylon) und Icarex (Polyester) in der gleichen Liga. Wenn man die hier allgemein anerkannte Meinung zugrunde legt, dass Polyester eher fester und steifer ist als Nylon, dann sollten die 10% mehr Tuchgewicht des Nylon-Chikara wohl durch die besseren Eigenschaften des nur geringfügig leichteren Icarex ausgeglichen sein. Zumindest aber tut sich keine Stufe auf, anhand derer man sagen könnte, dass Icarex nur für Leichtwind geeignet ist, und dass ab einer gewissen Windbelastung Chikara besser wäre.


    All diese Überlegungen zum flutschigen Handling, zur Festigkeit und zur Steifigkeit lassen keinen Grund erkennen, warum Chikara starkwindtauglicher sein soll als Icarex.



    Ich könnte ja noch bei folgendem Gedankengang kritiklos mitgehen: Ab einer gewissen Windlast ist das leichte Icarex überfordert. Dann nimmt man etwas mit deutlich höherem, vielleicht doppeltem Tuchgewicht von sagen wir mal 60 oder 70 g/m². Hochwertiges Polyester findet sich nicht, also nimmt man hochwertiges Nylon dieser Gewichtsklasse. Das wäre für mich plausibel.


    Aber hier wird ja gerne die Auffassung vertreten: Für Starkwind ist Chikara gut, Icarex aber nicht. Das aber ist für mich (noch) nicht plausibel.



    Ich stelle ja die Erfahrungen der alten Hasen nicht in Frage, und lerne gerne dazu. Aber ich wüsste doch zu gerne das "warum". Also, kann bitte mal ein Erfahrungsträger aufklären, welche Eigenschaften ein gutes Nylontuch (wie Chikara) trotz größerer Nachgiebigkeit und Feuchte-Dehnung besser für einen Stablenkdrachen machen als ein gutes Polyestertuch (wie Icarex)?


    Neugierige Grüße,
    Stefan

    ... zu diesem Zweck ja von Ramlal meinen Cuben Masque SUL habe bauen lassen. Das macht einfach unglaublich Spaß dann zu "fliegen" wenn eigentlich kein Wind ist. :)


    Hab Deinen Cuben Masque SUL gerade eben in der Galerie gefunden. Beeindruckend! 8)




    … stimmt so nicht zu 100%, da das rote (Flausch-/Haken-)Band zum Zusammenschnüren noch vom Komplettgewicht laut Waage abgezogen werden muss :D


    ... stimmt so doch. Die 1,7g des Bändchens hatte ich zuvor per Tara-Funktion abgezogen. :D


    - Stefan

    Rein aus Neugier, ... was sagt die Waage? (Also das Gerät zum Wiegen, nicht die zum Drachen lenken.) ;)

    Hier die Antwort:




    117,3 g Komplettgewicht, verteilt auf 4207 cm² projizierte Fläche ergeben eine Flächenbelastung von


    2,8 g/dm²


    in der unter Modellfliegern üblichen Maßeinheit. Keine Ahnung, ob das gut oder schlecht ist. Aber in der Praxis funktioniert es bislang ziemlich erfreulich.



    - Stefan

    ... :) Und nen Namen für den Drachen hast du auch gleich geliefert bekommen, es ist "Der Glücksgriff". :D

    Timo, das isses. Danke für den Hinweis. Ab sofort heißt das Ding "Der Glücksgriff". 8)
    Hab gerade eben den Titel des Themas angepasst. :)



    Rein aus Neugier, welche Spannweite hat sich letztlich ergeben und was sagt die Waage? (Also das Gerät zum Wiegen, nicht die zum Drachen lenken.)

    Spannweite nach Plan: 1.500 mm
    Gewicht kann ich Dir heute abend sagen.


    -Stefan

    Hallo zusammen.


    Auf der Flugwiese hat mich kürzlich ein alter Herr beeindruckt, indem er mit einem seiner Drachen bei quasi Windstille herumturnte, während mein Sohn und ich gegroundet waren und auf bessere Zeiten hofften.


    Man gesteht sich ja nicht gerne so niedere Instinkte wie Neid ein. Aber hier war der Fall klar: Sowas wollte ich auch. Kaufen ist keine Option, entschied der Bastler in mir. Also ging's zunächst ab an den Schreibtisch. Das Anforderungsprofil war schnell klar. Kompakte Maße für "mal eben einpacken und mitnehmen", soll heißen Leitkantenlänge = 1m. Außderdem sollte das Ding kaum mehr als nix wiegen, um bei kaum mehr als null Wind oben zu bleiben. Also viel Segelfläche aus leichtem Icarex, bei Minimal-Bestabung aus 4 mm Exel.


    Mit dem an anderer Stelle schon gerühmten und hier erneut bewährten Kite Plan Generator habe ich ein paar Entwürfe durchgespielt, bis mir das Ergebnis zumindest auf dem Bildschirm gefiel. Das sah dann so aus:




    Hieraus musste noch ein Schnittmuster abgeleitet werden, in welchem ich ein wenig mit Farbkombinationen herumgespielt habe. Für den geplanten Zweck schien mir ein freundlich warm-helles Farbschema passend:




    Der Kite Plan Generator erzeugt automatisch eine gerade Schleppkante zwischen dem inneren und dem äußeren Stand-Off. Das tatsächliche Schnittmuster habe ich aber noch ein wenig dahingehend angepasst, dass die Schleppkante insgesamt gerundet ist. Bei dem gewählten einfachen Farbschema waren Zuschnitt und Näharbeiten schnell erledigt, und das fertige Segel konnte ich vor mir ausbreiten:



    Dann ging's an die Bestabung. Die gewählten 4mm-Exel Rohre kamen mir in der Hand sehr sehr dünn vor. Aber ich bin dem Plan treu geblieben und wollte es darauf ankommen lassen. Leicht muss das Ding werden. Und für auffrischenden Wind habe ich andere Drachen. Also ab ans Werk, mit folgendem Ergebnis:



    Hier lässt sich schon erahnen, dass das Segel sehr weit ausgestellt ist. Mit Vorsatz, denn ich wollte keinen Speeder, sondern einen harmlosen Floater. In der Heckansicht ist die üppige Ausstellung des Segels noch besser zu erkennen:



    Jetzt fehlte noch die Waage, wozu es nichts aufregendes zu berichten gibt. Dünne Waagen-Schnur, getreu dem Leichtbaumotto. Und natürlich dünne Flugleinen mit 20 daN bei 25m Länge. Damit ging's ab auf die Flugwiese:



    Irgendwie habe ich versäumt, Flugbilder oder gar Flugvideos zu machen. So bleibt nur der mündliche Bericht: Das Ding flog sozusagen aus dem Stand vollkommen problemlos, bei nur einem Hauch von Wind. Ein bißchen Feintuning an der Waage zur Anpassung des Einstellwinkels. Das war's. Fertig. Fast schon zu einfach.


    Der besagte ältere Herr fand sich wieder ein und zeigte sich interessiert. Natürlich ließ ich ihn an die Leinen, und er murmelte etwas von "Glücksgriff". Ich denke, das lasse ich mal so stehen. ;)


    Ich hoffe, der eine oder andere hat etwas Freude beim Lesen dieses kleinen Berichtes.


    Gruß,
    Stefan

    Wenn Deine Frage ist: Kann ich bedenkenlos meine Icarex-Reste verwenden, lautet die Antwort bedenkenlos JA!


    ^^


    So oder so, ich werde ganz bedenken- und hemmungslos Icarex-Reste verwenden. Dafür gibt es jede Menge Ideen.


    Die Frage ist eher, ob ich sie für ein Starkwind-Projekt verwenden soll. In so einem Drachen steckt eben doch viel Arbeit und Hirnschmalz. Und es wäre zu Schade, all diesen Aufwand zu investieren, um dann aber wegen 20,-€ eingespartem Material nach der ersten Windbö alles verloren zu haben und wieder von vorne anfangen zu müssen.


    Ich will es mal anders formulieren: Ohnehin steht eine Materialbestellung an, welche auch den einen oder anderen Meter Stoff beinhaltet.
    - Variante 1: Ich könnte bei Icarex bleiben, und damit meine Auswahl an Farben und Austauschbarkeit mit anderen Projekten vergrößern. Sozusagen der Versuch einer Material-Standardisierung.
    - Variante 2: Ich könnte schwereren Stoff ordern. Unterm Strich ändert sich an den Gesamtkosten erstmal nix. Aber ich würde damit eine zweite Farbsammlung anfangen. Ist nicht so ganz ohne, zwei mal neon-gelb, zweimal rot, zweimal... Und alles muss irgendwo gelagert werden. Meine Bastelbude platzt jetzt schon aus allen Nähten.


    Jörg, dessen Meinung ich sehr schätze, war da in seinem Votum klar. Also werde ich ihm folgen und mich für Variante 2 entscheiden.
    Aus Gründen der Verfügbarkeit wird es wohl Chikara werden, sofern hier nicht bessere Vorschläge mit Lieferquelle kommen


    - Stefan

    Hallo zusammen,


    für ein neues in Planung befindliches Drachenprojekt (Zweileiner Stabdrachen) steht die Frage nach dem richtigen Tuch im Raum. Darüber ist hier im Forum schon viel geschrieben worden. Deshalb will ich die Situation etwas konkretisieren:


    Bei uns im Südwesten haben wir meistens keinen bis wenig Wind. Folgerichtig haben mein Sohn und ich alle bisherigen Drachen leicht gebaut. Beim Tuch fiel die Wahl bisher immer auf Icarex. Ist zwar ziemlich teuer. Aber bislang ist noch kein Drachen größer als 1qm geworden. Da sind die anteiligen Tuchkosten pro Drachen eher überschaubar und aushaltbar. Im Nebeneffekt hat sich eine ganz ordentliche Sammlung an Farben in mehr oder weniger großen Stücken ergeben, woraus man noch einiges machen kann...


    Der kräftige Wind der letzten Tage hat aber Appetit auf etwas Starkwindtaugliches gemacht. Klar, dafür müssen entsprechende Stabqerschnitte und Leinenstärken her. Aber brauchen wir auch stärkeres Tuch?


    Mein Sohn war jetzt bei Starkwind mit einem Ikarex-Drachen unterwegs und hat dabei während einer Bö im Fluge eine UQS gehimmelt. Das war nicht wirklich eine Überraschung und man könnte sagen: Das ist angewandte Mechanik. ;)


    Aber trifft das Überlastszenario auch für das Segel zu? Zu den (bis heute wenigen) gesammelten Erfahrungen gehört immerhin auch: Das Ikarex-Segel hat sich von diesem Starkwind-Ausflug gänzlich unbeeindruckt gezeigt und alles klaglos überstanden. Keine Risse, keine bemerkbaren Deformationen.



    Naheliegende Frage also: Gibt es gute Gründe, vom Vorrat an leichtem Tuch abzuweichen und für ein Starkwindprojekt auf was Schwereres umzusteigen? Ist Euch schon mal ein Segel im Flug geplatzt?


    Ich bin mir darüber im Klaren, dass nichts für die Ewigkeit ist, und irgenwann jedes Tuch ausleiert. Das bin ich bereit hinzunehmen. Schon gar nicht will ich für den Absturz dimensionieren und bauen. Aber den Fluglasten sollte das Segel schon zuverlässig standhalten.


    Und falls es stärkeres Tuch sein soll: Was ist dann richtig? Ich lese immer mal wieder Gutes über Chikara. Aber das ist Nylon und nicht Polyester wie beim geschätzten Icarex, und deshalb für mich schwer einzuschätzen.


    Gruß,
    Stefan

    aber wenn wir sowieso vereinfachen wollen, dann brauchen wir auch nicht so tun als wäre alles kompliziert, bzw wenn alles kompliziert sein soll dürfen wir nicht vereinfachen

    Schöne Formulierung. ^^


    Zurück zu den Kernaussagen:


    - Lange Waagenschnur entlang der Leitkante führt dazu, dass ich nur den Einstellwinkel einfach einstellen kann, und zwar mittels der Knotenleiter an der OQS. Alle anderen Verstellmöglichkeiten führen zu mehr oder weniger undefinierten Verschiebungen des Leinenanknüpfpunktes, die ich an anderer Stelle kompensieren muss. Eine einfache Verstellmöglichkeit in Spannweitenrichtung existiert nicht.


    - Lange Waagenschnur entlang der UQS behält obige einfache Möglichkeit der Einstellwinkeländerung per Knotenleiter an der OQS bei. Zusätzlich eröffnet sie die Möglichkeit einer einfachen Anpassung in Spannweitenrichtung mittels Verschiebung des Buchknotens.



    Einverstanden?

    Wenn du mit einer Knotenleiter am Befestigungspunkt des Waageschenkels arbeitest ist es egal, ob du eine lange Leine von A nach B, B nach C oder C nach A nimmst, genauso, ob du 3 einzelne Leinen nimmst.


    Die Position des Anknüpfpunkts ändert sich in allen Varianten gleich.

    Ja, was die drei Anknüpfpunkte betrifft, sind wir uns einig. Aber genau davon will ich ja runter, hin zu einer deutlichen Vereinfachung.



    Wenn du auf dem durchgehenden Schenkel den dritten Schenkel verschiebst zum Einstellen, dann macht es tatsächlich einen Unterschied.

    Das ist der Kern meiner Idee und Aussage.



    Auch wenn du an der oQS per Knotenleiter die Länge änderst verschiebt sich der Anknüpfpunkt seitlich. Wie stark hängt vom Längenverhältnis innerer-zu-äußerer-Schenkel ab. Sind beide gleich lang, die Anknüpfpunkte sind auf einer Linie und der obere Schenkel fällt quasi das Lot der Strecke zwischen den Anknüpfpunkten, so änderst du tatsächlich nur die Position des Anknüpfpunkts zur Nase. Das wird selten der Fall sein, aber in vielen Fällen wird die seitliche Verschiebung so klein sein, dass sie kaum auffällt.
    Da der obere Schenke tendenziell am kürzesten ist merkt man die Verschiebung in die unerwünschte Richtung natürlich stärker, wenn man einen der unteren Schenkel ändert.

    In diesem Punkt bin nicht einverstanden. Ich versuch's mal so:


    Die UQS und die beiden unteren Waagenschenkel spannen ein Dreieck mit definierter Geometrie auf. Eine Ecke dieses Dreiecks wird durch den Anknüpfpunkt des oberen Waagenschenkels bestimmt. Im fest verknoteten Zustand ist diese Ecke bezogen auf die Seitenrichtung (=Spannweitenrichtung = Richtung der UQS) fest positioniert.


    Wenn man den oberen Waagenschenkel gedanklich weglässt, kann man das genannte Dreieck sozusagen um die UQS als Drehachse schwenken bzw. drehen. Der Anknüpfpunkt des oberen Waagenschenkels beschreibt beim Schwenken eine Kreisbewegung um die UQS, und zwar ganz ohne seitlichen Bewegungsanteil.


    Auf dieser Kreisbahn kann ich den Anknüpfpunkt des oberen Waagenschenkels an einem gewünschten Punkt fixieren, und zwar mit dem oberen, zur OQS führenden Waagenschenkel. Dabei ist es egal, ob dieser dritte Waagenschenkel exakt nach oben zeigt oder auch etwas seitlich. Ein anteiliger seitlicher Schrägzug des dritten, oberen Waagenschenkels kann nicht dazu führen, dass der Verbindungspunkt seine Kreisbahn und damit seine Positionierung in Spannweitenrichtung verlässt.


    Die Einstellung des Anstellwinkels mittels der oberen Knotenleiter hat also keinen Einfluss auf die seitliche Positionierung.


    Dein Gedankengang stimmt aber sinngemäß bezüglich der anderen Variablen: Bei der vorgeschlagenen Führung der langen Waagen-Schnur entlang der UQS führt ein Verschieben des Buchtknotens in der Spannweitenrichtung nur dann nicht zu einer Veränderung des Einstellwinkels, wenn der obere kurze Waagenschenkel exakt nach oben zeigt. Meistens tut er das aber nicht, sondern hat einen mehr oder weniger ausgepägten Seitenzug. Dann wird ein seitliches Verschieben auch eine Einstellwinkeländerung als Nebeneffekt haben. Solange der Seitenzug aber gering ist (bei meinen Drachen ist er praktisch nicht vorhanden), ist dieser Einfluss aber gering, und allenfalls von akademischem Interesse.


    In der Praxis funktioniert es jedenfalls gut mit der Verlegung der langen Waagenschnur in Spannweitenrichtung:
    - Anstellwinkeländerung mittels oberer Knotenleiter. Kein Einfluss dabei auf die Seitenrichtung.
    - Anpassung der Steuerfolgsamkeit durch Verschieben des Buchtknotens in der Seitenrichtung. Kein oder kaum Einfluss dabei auf den bereits gefundenen Einstellwinkel.


    Gruß,
    Stefan

    Wunderbare Ideensammlung hier. Danke.


    Eine Sache mag sich mir als Anfänger aber noch nicht erschließen. Und zwar geht es um die Verteilung der "langen" und der "kurzen" Schnur zur Bildung der drei Waagenschenkel. Bei verschiedenen Drachen, die ich gesehen habe, und eben auch hier wird eine lange, durchgehende Schnur von außen-unten nach oben geführt, also quasi parallel zur Leitkante. Etwa mittig von dieser langen Schnur wird eine kurze Schnur angeknüpft und zum Kreuz geführt. Das scheint übliche Praxis zu sein.


    Aus meiner spärlichen Erfahrung heraus kommt mir das etwas unglücklich vor, wenn es um das Einstellen der Waage geht. Dazu folgender Gedankengang.


    Beim Einstellen der Waage habe ich doch im Grunde zwei Variable:
    1. Anknüpfpunkt der Leinen nach vorne/hinten ändert den Einstellwinkel des Drachen.
    2. Anknüpfpunkt der Leinen nach außen/innen ändert die Steuerreaktion


    In meiner Vorstellungswelt knüpfe ich eine Waage bevorzugt so, dass ich eine Variable ändern kann, ohne die andere Variable gleich mit zu ändern.


    Bei dem hier dargestellten und offenbar verbreiteten Waagenkonzept stolpere ich über die Einstellbarkeit der langen Waagenschnur:
    - Einstellung am unteren-äußeren Ende mittels Knotenleiter verschiebt den Leinen-Anknüpfpunkt nicht nur nach oben oder unten, sondern gleichzeitig auch nach innen oder außen. Je nach gewünschtem Ergebnis muss ich also immer zusätzlich mit dem vorderen Waagenschenkel oder dem inneren Waagenschenkel korrigieren.
    - Für die Einstellung am Kreuz mittels Knotenleiter gilt sinngemäß das Gleiche.
    - Dieser Buchtknoten (oder wie immer der heißt) in der Mitte der langen Schnur, am Anknüpfpunkt der kurzen Schnur, lässt sich verschieben. Auch eine solche Verschiebung führt dazu, dass eine Verschiebung des Leinen-Anknüpfpunktes sowohl in Seitenrichtung als auch in Höhenrichtung gleichzeitig statt findet.


    An all diesen drei Punkten kann ich keine der beiden obigen Variablen unabhängig von der jeweils anderen Variablen nachstellen, ohne an anderen Punkten korrigieren zu müssen. Einzig die Knotenleiter an der oberen Querspreize erlaubt es mir, den Leinen-Anknüpfpunkt nach oben/unten zu verschieben, ohne gleichzeitig eine außen/innen-Verschiebung mit in Gang zu setzen.


    Ziemlich kompliziert, finde ich. Gibt es einen guten Grund, dies so und nicht anders zu machen?


    Bei nunmehr drei selbstgebauten Drachen habe ich einen anderen Weg beschritten:


    - Die lange Schnur geht parallel zur unteren Querspreize. Keine Knotenleiter am Kreuz. Und auch keine Knotenleiter am äußeren Ende der UQS.
    - Die kurze Schnur wird etwa mittig in die lange Schnur mittels des genannten Buchtknotens eingeknüpft und nach oben zur oberen Querspreize geführt. Nur dort, am Verbindungdspunkt OQS-Leitkante gibt es eine Knotenleiter.


    Damit wird das Einstellen der Waage sehr einfach:


    - Mittels der oberen Knotenleiter stelle ich den Einstellwinkel des Drachen ein, ohne dass sich was an der links-rechts-Positionierung des Leinen-Anknüpfpunktes ändert.
    - Durch Verschieben des Buchtknotens entlang der langen Schnur erzeuge ich eine links-rechts-Verschiebung des Leinen-Anknüpfpunktes zur Einstllung der Steuerfolgsamkeit, ohne dass sich was am Einstellwinkel des Drachen ändert.


    Ich kann also beide Variable unabhängig voneinander einstellen bzw. korrigieren, also ohne bei der jeweils anderen Variablen nachstellen zu müssen.



    In meinem einfachen, sehr beschränkten Erfahrungshorizont funktioniert das ganz prima. Übersehe ich da was?



    Gruß,


    Stefan

    Okay, danke, das reicht mir als Überblick.
    In kurzer Zusammenfassung nehme ich mit, dass es keine Konvention gibt.


    Die Empfehlung von Paul May ist wohl nicht mehr als eine Empfehlung und scheint sich jedenfalls nicht flächendeckend durchgesetzt zu haben. Da bleibe ich bei meiner frühkindlichen Prägung:


    grün=Steuerbord=rechts
    rot=Backbord= links


    und muss nicht umlernen.


    Danke für's Mitmachen,
    Stefan



    P.S.:

    Die anderen Farben wie grün ... kommen bei mir nach rechts, wie in der Politik halt.

    Na, bei dieser Einschätzung werden einige Grüne aber mächtig Schluckauf bekommen. ^^

    Hallo zusammen,


    beim Fliegen habe ich kürzlich einen "alten Hasen" kennengelernt, der mir sehr hilfsbereit "dütt un datt" gezeigt und beigebracht hat. Er war auch ganz locker damit, mir seine Drachen zum Fliegen zu geben. Und umgekehrt habe ich ihn natürlich auch an meine Leinen gelassen.


    Dabei kam es zu einiger Konfusion, weil er ohne groß nachzudenken meine rot markierte Leine in die rechte Hand nahm, grün markiert in die linke. Mein Setup ist aber genau anders herum: Als alter Segler ist für mich rot die Farbe von Backbord und damit links, grün für Steuerbord bzw. rechts. Und genauso mache ich meine Leinen am Drachen fest, und genauso nehme ich sie in die Hand. Ganz intuitiv, ohne groß nachzudenken. Bis zu diesem gerade geschilderten Moment.


    Das hat dann die Frage aufgeworfen: Gibt es sowas wie eine Konvention? Ein unter Drachenfliegern übliches Vorgehen? Auf welche Seite gehört welche Farbmarkierung?
    Oder ist das einfach völlig schnuppe, solange jeder selbst weiß, woran er ist?


    Neugierige Grüße,
    Stefan

    Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft :D


    :D



    Aber zurück zum Thema. Mit der Doku bin ich ein bißchen hinten dran. Nun versuche ich, ein wenig aufzuschließen.


    Was bisher geschah...


    Eure Bedenken zu den 3mm Whiskern habe ich wahr genommen und nehme sie ernst. Aus Mangel an Material bleiben sie aber vorerst wie sie sind, und werden dann ggf. gegen 4mm-Rohre ersetzt.


    Beim Bau der Waage habe ich mir ziemlich selbst im Weg gestanden. Elendes Gefummel, die Knotenleitern hinzubekommen, bis mir irgendwann die grandiose Idee gekommen ist, dass man die Knotenleitern nicht am Drachen knoten muss, sondern dass man sie auch vorbereiten und fertig einbauen kann (oh Mann, da hilft wohl nur Alkohol...)



    Damit ging's dann ganz leicht.


    Weil ich noch überhaupt keine Ahnung habe, wie ein gutes Waagen-Setup für diesen Drachen auszusehen hat, habe ich (wahrscheinlich übervorsichtig) an allen 5 Anknüpfpunkten je eine Knotenleiter angebracht. Montiert sieht das dann so aus:



    Aus Euren Vorschlägen hatte ich entnommen, dass alle drei Schenkel einer Waagenhälfte in etwa gleich lang sein sollten. Das stimmt auch in etwa mit meinem Kitehouse-"Sin" überein. Für dieses Exemplar hier wollte das aber überhaupt nicht passen. Der nach vorne weisende Schenkle muss deutlich kürzer sein. Nach Gefühl habe ich dessen Länge so eingestellt, dass der Anknüpfpunkt für die Steuerleinen irgendwo oberhalb (wenn der Drachen auf dem Rücken liegt) zwischen OQS und UQS liegt (kein Foto).


    Parallel zu diesen Aktivitäten hatte ich in den letzten Tagen immer wieder den "Windfinder" befragt, welcher mir noch zur Mitte der vergangenen Woche für den heutigen Sonntag fliegbares Wetter versprochen hat. Mit jedem weiteren Nachschauen wurde die angesagte Windstärke immer weniger und weniger und weniger...


    Aber egal, am heutigen Sonntag mussten wir raus an die frische Luft. Und ich wollte es einfach wissen:



    Es wahr nun wirklich fast gar kein Wind. Aber jede Bö haben mein Sohn und ich ausgenutzt, um wenigstens einen Hüpfer zustande zu bringen. Das wollte erst überhaupt nicht klappen. Später sollte sich die Vermutung bestätigen, dass die Waage deutlich zu steil eingestellt war. Erst nach mehreren deutlichen Kürzungen der vorderen Waagenschenkel (welche ohnehin schon am kürzesten Knoten angekommen waren), gelang dann der eine oder andere kurze Flug, jeweils so lange wie die zugehörige Windbö andauerte:


    <iframe src="https://player.vimeo.com/video/498947372" width="640" height="360" frameborder="0" allow="autoplay; fullscreen" allowfullscreen></iframe>
    [url='']Erster Flugtag[/url]



    Obiges Video ist jetzt kein Kunstwerk, weder aus fliegerischer noch aus fotografischer Sicht. Aber es demonstriert doch immerhin, dass die ganze vorangegangene Arbeit zu etwas Flugfähigem geführt hat. Und allein darüber bin ich jetzt sehr sehr glücklich.


    Vielen lieben Dank dafür, dass Ihr mich bis hierhin begleitet und unterstützt habt.


    - Stefan