Wunderbare Ideensammlung hier. Danke.
Eine Sache mag sich mir als Anfänger aber noch nicht erschließen. Und zwar geht es um die Verteilung der "langen" und der "kurzen" Schnur zur Bildung der drei Waagenschenkel. Bei verschiedenen Drachen, die ich gesehen habe, und eben auch hier wird eine lange, durchgehende Schnur von außen-unten nach oben geführt, also quasi parallel zur Leitkante. Etwa mittig von dieser langen Schnur wird eine kurze Schnur angeknüpft und zum Kreuz geführt. Das scheint übliche Praxis zu sein.
Aus meiner spärlichen Erfahrung heraus kommt mir das etwas unglücklich vor, wenn es um das Einstellen der Waage geht. Dazu folgender Gedankengang.
Beim Einstellen der Waage habe ich doch im Grunde zwei Variable:
1. Anknüpfpunkt der Leinen nach vorne/hinten ändert den Einstellwinkel des Drachen.
2. Anknüpfpunkt der Leinen nach außen/innen ändert die Steuerreaktion
In meiner Vorstellungswelt knüpfe ich eine Waage bevorzugt so, dass ich eine Variable ändern kann, ohne die andere Variable gleich mit zu ändern.
Bei dem hier dargestellten und offenbar verbreiteten Waagenkonzept stolpere ich über die Einstellbarkeit der langen Waagenschnur:
- Einstellung am unteren-äußeren Ende mittels Knotenleiter verschiebt den Leinen-Anknüpfpunkt nicht nur nach oben oder unten, sondern gleichzeitig auch nach innen oder außen. Je nach gewünschtem Ergebnis muss ich also immer zusätzlich mit dem vorderen Waagenschenkel oder dem inneren Waagenschenkel korrigieren.
- Für die Einstellung am Kreuz mittels Knotenleiter gilt sinngemäß das Gleiche.
- Dieser Buchtknoten (oder wie immer der heißt) in der Mitte der langen Schnur, am Anknüpfpunkt der kurzen Schnur, lässt sich verschieben. Auch eine solche Verschiebung führt dazu, dass eine Verschiebung des Leinen-Anknüpfpunktes sowohl in Seitenrichtung als auch in Höhenrichtung gleichzeitig statt findet.
An all diesen drei Punkten kann ich keine der beiden obigen Variablen unabhängig von der jeweils anderen Variablen nachstellen, ohne an anderen Punkten korrigieren zu müssen. Einzig die Knotenleiter an der oberen Querspreize erlaubt es mir, den Leinen-Anknüpfpunkt nach oben/unten zu verschieben, ohne gleichzeitig eine außen/innen-Verschiebung mit in Gang zu setzen.
Ziemlich kompliziert, finde ich. Gibt es einen guten Grund, dies so und nicht anders zu machen?
Bei nunmehr drei selbstgebauten Drachen habe ich einen anderen Weg beschritten:
- Die lange Schnur geht parallel zur unteren Querspreize. Keine Knotenleiter am Kreuz. Und auch keine Knotenleiter am äußeren Ende der UQS.
- Die kurze Schnur wird etwa mittig in die lange Schnur mittels des genannten Buchtknotens eingeknüpft und nach oben zur oberen Querspreize geführt. Nur dort, am Verbindungdspunkt OQS-Leitkante gibt es eine Knotenleiter.
Damit wird das Einstellen der Waage sehr einfach:
- Mittels der oberen Knotenleiter stelle ich den Einstellwinkel des Drachen ein, ohne dass sich was an der links-rechts-Positionierung des Leinen-Anknüpfpunktes ändert.
- Durch Verschieben des Buchtknotens entlang der langen Schnur erzeuge ich eine links-rechts-Verschiebung des Leinen-Anknüpfpunktes zur Einstllung der Steuerfolgsamkeit, ohne dass sich was am Einstellwinkel des Drachen ändert.
Ich kann also beide Variable unabhängig voneinander einstellen bzw. korrigieren, also ohne bei der jeweils anderen Variablen nachstellen zu müssen.
In meinem einfachen, sehr beschränkten Erfahrungshorizont funktioniert das ganz prima. Übersehe ich da was?
Gruß,
Stefan