Hallo Abraxas-Freunde,
ich besitze seit 2004/2005 ein komplettes Abraxas-Set, damals natürlich noch von Cavaliers du Ciel gefertigt. Dass Paul jetzt schon die Baupläne seines Raben frei gibt ist eine absolute Bereicherung für Selbstbauer, denn der Abraxas ist in seiner Trickability immer noch vollkommen Up-to-date. Trotz aller Euphorie will ich hier offen ansprechen, dass die Abraxen bei bestimmten Moves schon ein bisschen eigenwillig sind. Stellt der Pilot sich aber darauf ein, tunt noch ein wenig hier und da auf seinen eigenen Flugstil hin, fluppt dann aber doch ALLES.
Heute poste ich hier, weil ich zwei Anliegen habe. Eines in eigener Sache, eines für die Selbstbauer und alle Abraxas–Piloten.
Erstens möchte ich allen Selbstbauern, bzw. denen, die hier und auf Snapstall.de Bilder ihrer Abraxen eingestellt/zur Verfügung gestellt haben, ein großes Kompliment aussprechen. Es sind einige Designs dabei, mit denen ich den Abraxas noch einmal kaufen würde.
Zweitens möchte ich den Selbstbauern ganz dringend raten, Pauls Empfehlungen für Bestabung und Fittings unbedingt zu folgen. Der Mann weiß, warum er welche Teile an den Abraxen verwendet hat. Immerhin hat er über zwei Jahre getüftelt, bis er den Abraxas für reif befand, sich mit der Konkurrenz auf dem kommerziellen Markt zu messen.
Ich will Euch erklären, warum ich die "Original-Bestückung" der Abraxen so vehement verfechte.
An meinem Abraxas STD war das FSD-Kreuz der unteren Querspreizen ausgenuddelt, der 6er Kielstab schien Materialermüdung zu haben, er bog sich ziemlich durch. Angescheuerte Waageschenkel mussten ausgewechselt werden. Für die sperrigen und schmutzanfälligen (Sand ;-() FSD-Kreuze gibt es heute KISSL-Ersatz (Keep It Small, Simple and Light :-O ). Also Zeit für Erneuerungen und davon gleich mehrere in einem Abwasch. So dachte ich. Ich dachte nicht daran, VOR den Maßnahmen mal Paul um seine Meinung zu fragen.
Als neuen Kielstab einen konischen AVIA G-Force-Std-Stab genommen, als Querspreizeverbinder den schlichten Kreuzblock von FSD eingebaut (ein T-Center von Skyshark stand zur Option). Optisch war ich zufrieden. Ach ja, die Waagemaße wurden nach Pauls letztem Vorschlag geändert, also längerer Innenschenkel, kürzerer äußerer Schenkel.
Beim ersten Ausflug kam dann schnell das Zähneknirschen. Ein Parademove des Abraxas, der Backflip, kam nicht mehr leicht und spontan. Es sah aus als quälte sich der Drachen schwerfällig in ihn hinein. Der Backspin kam total eierig daher. Er war auch nicht mehr flach. Der Drachen senkte die Nase tief nach unten. Aus dem 540er schmierte der Drachen während der Rotation seitlich raus. Pfui Deibel, dass war nicht mehr der Abraxas wie vorher. Und ich hatte ein Riesenproblem. Ich hatte mehrere Veränderungen auf einmal am Drachen vorgenommen :logo:.
Ich habe mir erspart, die Umbauschritte einzeln zurückzugehen, und gleich Paul kontaktiert. Ergebnis: den Drachen mit den original Bauteilen bestückt, und er fliegt so fantastisch wie vorher :H: :H: . Das FSD-Kreuz ist ein sehr wichtiges Fitting am Abraxas, welches der Kiel-Querspreizenverbindung die dort notwendige Steifigkeit gibt.
Am SUL habe ich das so genannte Tsunami-Kreuz montiert. Seitdem macht der SUL partout keine One-Pop-Yoyos mehr. Also kommt auch dort das FSD-Kreuz wieder dran.
Die Waagemaße habe ich nach einigen Flügen ebenfalls auf die alten Längen gesetzt. Mit den neueren Maßen verliert der Abraxas einen Teil Agilität. Aber das gehört in die Kategorie "eigene Vorlieben und Flugstil".
Fazit: Never change a running system...
BTW: ich fliege den Abraxas Std mit 7 - 10 g Gewicht am Kielende, je nach Wind. Rollbars a là Deep Space bringen mächtig Vorteile beim Wickeln. Und am liebsten fliege ich den Abraxas Std. wenn schon das Vorsegel nötig ist (siehe auch die Bemerkung von MaPe zum Vorsegel, und Paul selbst in der Abraxas-FAQ auf snapstall.de). Dann sind auch die Eigenarten des Abraxas außer Kraft gesetzt und man kann ihn wirklich durch jeden Trick oder Kombi "prügeln" :-O .
Viele Grüsse, Jürgen