Es geht weiter....
Segelaufbau
Und dann kam das zusammenstecken der Triangel, hier noch welche ohne Rand, aufgehängt an einer Wand in einem einsamen Hotelzimmer in Osnabrück. Ich war dort beruflich unterwegs und wollte die langen Abende nutzen. Was macht man auch abends in Osnabrück, wenn man Langeweile hat und vom Italiener wieder zurück ist?

Ein paar Wochen später (das Projekt muss immer mal wieder reifen in mir
) dann mal die einzelnen Segelsegmente aufm Küchenboden ausgelegt. Immer mal wieder die Idee reifen lassen.

Naja aus Platzmangel sinds nur halbe Segel, die da liegen.

Randverstärkungen
Damit die Segel auch Stabilität bekommen, habe ich einen 3cm breiten Rand um die Segel genäht. Zuerst wieder die Streifen aus dem Gleitschirm geschnitten und dann einseitig gesäumt und vernäht.


Da ich ohne Dacronverstärkungen auskommen will, habe ich beschlossen die Segel zusätzlich mit Kleiderband einzufassen. Dieses, so meine Überlegung soll das Segel vor Verzug schützen und auch die Zugkräfte entsprechend aufnehmen.

An jeder Ecke habe ich so eine 11cm lange Schlaufe stehen gelassen. Keine Ahnung ob ich diese noch brauche oder zum Schluss schlicht abschneide. Da die Schlaufe vernäht ist, kann ich sie getrost dann kappen, wenn sie überflüssig ist.
Zu guter Letzt musste natürlich wieder mein Saumband herhalten um das Kleiderband zu verstecken. Also wieder meine Stecknadeln rausgekramt und das Saumband an die einzelnen Segel geklöppelt.

Die roten Fäden stammen übrigens aus der Spendenaktion von Gerhard gerard61 meine Maschine muss sich aber erst daran gewöhnen. Die Unterspule reibt mir ab und an den Faden auf bis er reißt. Aber ich denke das bekomme ich auch noch in den Griff. Danke Gerhard für deine Aktion zu helfen.
Segelverbindungen und Leitkanten
Beim Brogden werden die Segel ja an Bändern oder Schnüren ähnlich wie einem Roloplan verbunden. Ich habe mich für eine Lösung mit Bändern entscheiden, weil man sie auch von unten sehen kann. Als Band habe ich ein Köberband mit 10mm breite und 0,4mm Dicke entschieden. Die äußeren Bänder will ich mit sogenannten Schiebern für Bänder versehen um dann bequem auf der Wiese die richtige Spannung einzustellen. Sind solche Schieber, die an den weiblichen Dessous für den richtige Sitz sorgen. Aber keine Sorge, der Brogden wird deshalb nicht gendern und sich als Brogdine herausstellen. An meinem 7.6er Flaki leisten solche Dessous Kleinigkeiten sehr gute Dienste um das Klettband zu unterstützen.
Hier die Bänder am oberen Segel. Die Aufnahme zeigt das Segel von hinten.

Die Aufnahme der Querstangen sollten laut Plan analog der Leitkante eines Lenkdrachens in einer Stabtasche geführt werden. So wie bei einem Phönix. Da mir aber der Gedanke einer anderen Konstruktion gefiel, tackere ich kurzer Hand kurze Schlaufen an die obere Kante jedes Segels und führe später die Stäbe sichtbar durch. Keine Ahnung ob sich das negativ oder gar positiv auf das Flugverhalten auswirkt. Für meine Sicht, wirkt es sich aber positiv auf das Erscheinungsbild aus.
Hier die Querstangenhalterungen von vorne.

Und so schaut derzeit mein Brogden aus. Ausgelegt in meinem Wohnzimmer. Die Abstände der Segel stimmen noch nicht, ich hatte wenig Platz. Und es sind sehr viele Nähfehler im Segel enthalten, da ich den Drachen so nach und nach beim Bauen konstruiere und so auch auf Gegebenheiten stoße, die ich einfach mal als gegen akzeptiere. Beispiel sind die 3cm Ränder, die an den Ecken den Saum innen bis zur Außenkante führen… kann man eleganter lösen, wenn man vorher drandenkt.
Aber schaut selbst…

Sorry für das etwas unscharfe Handybild. Die nächsten werden wieder besser, versprochen. 
So als Gestänge plane ich als Kiel einen 8er CFK Stab, der mit einem 6er gefüttert wird und ebenfalls 8/6er obere Querstrebe und dann zwei 6/4er Querstreben und unten eine 3er Querstrebe
Der Brogden soll eine Höhe von ca 2m bekommen und eine ebensolche Spannweite am größten Segel.
So wie ich die nächsten Schritte fertig habe, wird ich die Baudoku weiter führen. Ich hoffe ich habe euch nicht gelangweilt und bin auf Kommentare und Tipps sehr dankbar,
Gruß
Der Indianer