Am Wochenende durfte ich zwei neue Prototypen testen, die Matthias Franke für HQ entwickelt hat. Herzlichen Dank dafür!
Beide sind optisch noch Erlkönige, das Seriendesign ist noch ein Geheimnis. Beide Drachen sollen im ersten Halbjahr 2017 auf den Markt kommen.
Der Cruiser
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Der Cruiser richtet sich an Einsteiger in das Speed- und Powerkiting. Dementsprechend ist der komplett mit 8 mm GFK bestabt und somit sehr robust. Das Gestänge dürfte ihm auch einen ausreichend großen Windbereich verleihen. Er hat eine Spannweite von ca. 200 cm.
Ich flog ihn bei 3-4 Bft. Was sofort auffiel, waren die unkomplizierten Starteigenschaften, auch auf dem steilsten Knoten (hier gab es drei an der OQS). Im Flug ist der Cruiser sehr stabil unterwegs, man muss sich schon sehr anstrengen, um ihn aus der Strömung zu bekommen, selbst am Windfensterrand. Enge Loops fliegt der Cruiser bereitwillig und mit ordentlich Drehmoment. Die 75er-Leinen zog er dabei schon gut durch und war angenehm leise, aber leicht dunkel fauchend vernehmbar. Die Rückmeldung an den Leinen war satt, ab 5 Bft wird er 100er-Leinen gut durchziehen und sicherlich auch ordentlich Power entwickeln. Nach meinem Geschmack fühlte sich der Cruiser auf dem dritten Knoten am wohlsten, ich würde der Serienversion noch Knoten für steilere Einstellungen spendieren, so dass sich jeder nach Belieben an die Grenzen herantasten kann. Die Geschwindigkeit, die der Cruiser dabei an den Tag legt ist gut, nicht rasend, aber ausreichend schnell für alle, die sich auf neues Terrain begeben. Und dafür ist er ja schließlich auch konzipiert.
Fazit: Meiner Meinung nach ist der Cruiser eine sehr ansprechende Entwicklung für den Einsteiger ins Speed- und Powerfliegen. Unkompliziert, stabil, druckvoll und vom Speed her genau richtig, um sich an schnelle Drachen zu gewöhnen.
Der Ninja
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Der Ninja misst etwa 160 cm und ist komplett mit 6 mm CFK bestabt. Die Waage ist unterhalb der UQS an einem gemeinsamen Tampen befestigt und teilt sich erst einige Zentimeter vom Kiel entfernt in die beiden Schenkel auf. Das verleiht dem Ninja eine Menge Agilität und auch ein anspruchsvolleres Startverhalten. Er kippt gern zu einer Seite weg und möchte dann eingefangen werden. Ich jedenfalls war direkt wach nach dem Start... Anschließend war der Ninja aber bestens beherrschbar, spurstabil und auch am Windfensterrand gefahrlos zu fliegen. Aber das Beste ist - der Ninja macht wirklich großen Spaß. Ich war sehr positiv überrascht und flog ihn mit zunehmender Freude. Steil eingestellt (auch hier gab es drei Knoten an der OQS) wird er sehr schnell, vor allem wenn er die Leinen durchziehen kann. Wir (ich reichte den Ninja gern an fünf Drachenfreunde weiter, die ebenfalls sehr angetan waren) flogen ihn auch einmal bei mittleren 4 Bft an 75 daN 35 m. Die zog er dann schon gut durch. Die Spezialität des Ninja sind aber die extrem engen Spins. Er dreht um einen Punkt innerhalb des Segels und wird schon fast zur Drehscheibe. Das hat uns alle ziemlich begeistert. Dabei ist er noch präzise genug, um Ecken in den Himmel zu tackern (wenn auch manchmal mit leichtem Nachwackeln, wenn man es übertreibt).
Fazit: Der Ninja rockt! Aufsteiger in den Speedbereich, aber auch erfahrene Piloten können mit ihm Spaß haben