Wollen wir den Tat-Hergang nochmal von vorne aufrollen:
ZitatBei dem ollen Serafil handelt es sich um einen Mehrfachzwirn.
d.h. 3 oder mehr Einzelzwirne die mit einander verdreht ( verzwirnt ) werden.
So weit so gut.
ZitatDamit der Faden ein vernüftiges Nahtbild hinterlässt ist es notwendig das ich die Fadenspannung recht hoch einstelle.
Da komme ich schon ins Schleudern. Warum sollte die Fadenspannung höher als normal üblich sein. Ob Garn oder Zwirn, macht da keinen Unterschied.
ZitatWenn man sich den Zwirnaufbau ( bei einem 3 fädigen Zwirn ) nun wie eine Pyramide ( 2 Lagen unten, 1 Lage oben in der Mitte ) vorstellt ist nachvollziehbar das der Aufbau bei entsprechender Kraft von oben und unten flachgedrückt wird. Aufgrund der Zwirnung würde die Pyramide sich während der Faden weiterläuft immer drehen wollen. Durch die Klemmung wird der Faden immer in der gleichen Position gehalten. Drehung bleibt dann vor der Klemmung " hängen".
Wenn das der Fall ist, wäre die Fadenspannung definitiv zu stark eingestellt. Ich habe selbst bei sehr groben unbehandeltem 30er Zwirn bislang nicht feststellen können, das der Faden zwischen den Tellern so plattgedrückt wird, das die Verzwirnung rausgedreht wird. (Selbst wenn der von der Verdeidigung beschriebene Vorgang tendenziel logisch erscheint). Bei 60er oder feinerem scheint mir das schlichtweg unmöglich, noch dazu wenn es nachbehandelter Zwirn ist, wie Serafil.
ZitatStatt "einer" starken "punktuellen" Bremsung mehrere einzelne Bremspunkte z.B. Umlenkungen..
Dies erreicht man industriell z.B. durch eine sogenannte Gitterbremse.
Könnte die Verteidigung zur Aufklärung der eingebrachten "Gitterbremse" entsprechendes Beweismaterial vorlegen, damit sich das Gericht ein Bild machen kann?:-O
ZitatIch denke die vielen Umlenkungen an den alten Maschinen hatten den gleichen Sinn eine möglichst gleichmässige Fadenspannung zu generieren.
Zweifelsohne. Wenngleich ich auch hinzufügen muß, das es im Bereich industrieller Maschinen kaum prinzipielle Veränderungen in den letzten Jahrzehnten gegeben hat, in Bezug auf die Fadenführung.