Kap und Archäologie

  • Moijen KAPer,


    Vorgestern habe ich eine römische Siedlungsstelle bei Pickließem (Eifelkreis Bitburg-Prüm) erstmals als Grundriss aus der Luft ablichten können. Es war spät am Abend kurz vor Sonnenuntergang, deshalb eine Belichtungszeit von nur 1/36 Sek., was wohl für die leichte Unschärfe verantwortlich ist. Man kann aber die Umrisse ganz gut erkennen, auf einem Bild habe ich sie umzeichnet.
    Die Fundstelle ist schon seit Jahrzehnten bekannt gewesen, nur solch ein Luftbild lag bisher nicht vor.
    Die Zeit ist jetzt reif für diese Aufgaben. Wenn Ihr von solchen Stellen erfahrt, auf denen im günstigsten Fall Getreide ausgesät ist, versucht ganz früh morgens oder abends (ca 1 Std nach oder vor Sonnenuntergang) Luftbilder zu machen. Die Wachstumsunterschiede machen sich dann durch Schattenlinien bemerkbar.


    Gruss Credi


    - Drachen Bild nicht mehr verfügbar - - Drachen Bild nicht mehr verfügbar -

  • Zitat

    ca 1 Std nach oder vor Sonnenuntergang


    soll heißen: ca 1 Std nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang


    Gruss Credi

  • Hallo KAPer,


    Es war wieder knapp vor Sonnenuntergang bei gutem, fast zu starkem Wind. Die flach einfallenden Sonnenstrahlen heben die Bewuchsmerkmale hervor. Der geringe Minderwuchs über den Grundmauern zeigt sich durch Schattenlinien. Bei Eisenach in der Eifel war der Siedlungsstandort seit 80 Jahren den Archäologen bekannt. Nach den Funden wurde vom 2. bis ins 4. Jh. hier gesiedelt.
    Um was es sich aber genau handelte, wie groß und wohin ausgerichtet, war unbekannt. Nach dem ersten, jetzt einen Tag alten Luftbild handelt es sich um einen kleinen römischen Gutshof, der ssö ausgerichtet ist und etwa 26 x 22 m Grundfläche hat.


    Guss Credi


    - Drachen Bild nicht mehr verfügbar -

  • Ich mag diese verborgenen Strukturen, Bewuchsmerkmale. Da ackert der landwirt Jahrhunderte über den Boden und man sieht immer noch etwas, sehr erstaunlich.
    :)
    Flattersaus

    Harfen Agnes: "Mensch sei helle, wenn's auch düster ist"

  • An Sonnwend, wo die Sonne nicht mehr untergehen will sind ein paar Aufnahmen entstanden, die wohl in diesen Thread passen :-O


    Zu sehen ist das Reiterkastell Biriciana in Weißenburg/Bayern


    Dort wurde 100 n. Chr. die Armee stationiert, die den Limes bewachen sollten
    Für die damaligen Verhältnisse war das Kastell ganz gut ausgerüstet, zu sehen sind große Wohnungen mit Fußbodenheizung selbstverständlich
    Wer hat so was heutzutage schon?




    - Drachen Bild nicht mehr verfügbar -


    weitere Infos und Bilder gibts



    hier


    Schöne Grüße an die Fanö-Heimkehrer

  • Hallo Markus,


    Prima Aufnahmen. Erst dachte ich, Du hättest sie einem Prospekt entnommen, aber dann sah ich Deine Drachenleine. Solche Bilder sind hier richtig. Wenn Du Interesse hast an vorderer Front der Archäologie mit zu wirken, so erkundige Dich bei der Kreisdenkmalbehörde oder im Museum Aalen, wo bei Dir in der Nähe Ausgrabungen stattfinden. An vernünftigen Senkrechtaufnahmen von der Grabungssituation haben die Archäologen immer Bedarf. Die Aufnahmen mit dem Stab (PAP) beherschen sie in der Regel auch nicht.


    Gruss Credi

  • Hallo KAPer,


    dies sind keine Kornkreise!
    Gestern habe ich KAP-Fotos von einer Grabung an Hügelgräbern gemacht. Inmitten der runden Grabungsfläche bleibt ein Kreuz von Originalboden bestehen. In den vergangenenJahren wurden schon einige der Hügel ergraben. einen wieder verfüllten kann man rechts im Bild erkennen.


    Gruss Credi
    - Drachen Bild nicht mehr verfügbar -

  • Hallo Cerdi,


    als ich deine Hügelgräber gesehen hab, fiel mir ein, dass bei mir in der Gegend doch auch so Gräber zu besichtigen sind
    Ich fuhr spontan los und hatte promt ausreichend Wind (nach 10 Tagen Windstille ein Traum :D )


    - Drachen Bild nicht mehr verfügbar -


    - Drachen Bild nicht mehr verfügbar -


    Die hier abgebildeten Grabhügel bildeten zur späten Hallstattzeit (ca. 500 v. Chr.) das Zentrum eines größeren Grabhügelfeldes
    In den Jahren 1983-85 wurden zunächst von der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg 27 Grabhügel und annähernd 70 Urnenbestattungen untersucht. Durch den Akkerbau in den vergangenen Jahrhunderten sind die Grabhügel nunmehr völlig eingeebnet.:-(




    PS: Im gleichen Ort befindet sich auch ein nachgebautes Keltendorf

  • Hallo Markus,


    Deine Aufnahmen sind eine super Dokumentation von archäologischen Bodendenkmälern. Aufnahmen von einem Keltendorf wären auch nicht schlecht.


    Gruss Credi (der "Glaubwürdige", nicht Cerdo oder Cerdi der "Handwerker" - ist aber auch nichts Ehrenrühriges)

  • Sorry wegen der Namensschreibung,


    Zitat

    Aufnahmen von einem Keltendorf wären auch nicht schlecht.


    Ja, hab ich natürlich auch gleich welche gemacht, kam nur noch nicht dazu, der Triatlon in Roth kam mir dazwischen


    Bin dran... :H:

  • - Drachen Bild nicht mehr verfügbar -


    Gestern kräftiger Wind, rascher Wechsel von Sonne und Schatten. Eigentlich wollte ich die geplante Grabung des röm.Vicus aufsuchen, dort ist wohl aber noch nicht begonnen worden. So habe ich einige Aufnahmen des Heiligtums, das nun schon 1800 Jahre alt ist, gemacht. Nach Osten hin sieht man auf anderen Fotos angedeutet weitere Grundrisse, vielleicht die Stelle, an der gegraben werden soll.


    Gruss Credi

  • - Drachen Bild nicht mehr verfügbar -


    Hier war gerade noch mein KAP von aktuell ergrabenen Hügelgräbern im Thread.
    Jch habe es herausgenommen, bevor es von den Ausgräbern moniert wird, da ich Ihnen die Fotos versprochen habe. Es ist etwas unglücklich, wenn die Bilder der abschließenden Veröffentlichung schon zuvor im Internet verbreitet wurden.
    Zum Ersatz habe ich ein ganz frisches Bild von einer sonderbaren Rechteckstruktur in einem Weizenfeld mit dem Außenmaß 13 x 14 m. Zuerst dachte ich an einen röm. Umgangstempel, die haben diese Ausmaße, nur sind die sichtbaren Veränderungen im Getreidewuchs nicht so flächig. Vielleicht handelt es sich um einen Töpfereiofen, da direkt (60 m) daneben ein Töpfereihügel liegt.
    Weiß jemand etwas Besseres?


    Gruss Credi

  • KAP und Archäologie sind nicht entschlafen.
    Nach meinem Vortrag im Museum Belginum im Hunsrück stand es in der Tageszeitung: 5.Tempelbezirk im Umfeld von Belginum mit dem Foto-Drachen entdeckt: [URL=http://www.volksfreund.de/totallokal/hunsrueck/aktuell/Heute-in-der-Hunsrueck-Zeitung-aufm-Morbach-Pr-252-m-Arch-228-ologiepark-Belginum-8221-Belginum-Tempel-Tempelanlage-Entdeckung-Fund-Spezialdrachen-Luftbildarch-228-ologie;art779,2422052]Link zum Artikel[/URL]


    Die Luftbildausstellung: "GeoArt und Archäologie" im Landcafé Grube in Plütsched/Gesotz wird wegen des regen Besuchs bis zum 24.Mai verlängert.


    Gruss Credi
    - Editiert von Grimmi am 23.04.2010, 14:27 -
    Habe den Link korrigiert!
    - Editiert von Grimmi am 23.04.2010, 14:27 -

  • Ich war heute mal wieder für die Archäologen auf'm Feld. Dort soll eine Umgehungsstrasse gebaut werden. Vorher sind dort die Archäologen und Grabungshelfer gefordert. Nach dem Abschieben werden die ersten Spuren sichtbar, die dann weiter untersucht werden. Die Aufnahmen entstanden aus bis zu 15 m Höhe mit PAP-Teleskopstab-Stativ.Trassenverlauf K 30 neu, auf dem hinteren Feld wird zZt. gegraben
    Grabungsfeld
    Teil von einem Haus? - Befund noch unklar

  • Zitat

    Original von Werder
    Ich war heute mal wieder für die Archäologen auf'm Feld. Dort soll eine Umgehungsstrasse gebaut werden. Vorher sind dort die Archäologen und Grabungshelfer gefordert. Nach dem Abschieben werden die ersten Spuren sichtbar, die dann weiter untersucht werden. Die Aufnahmen entstanden aus bis zu 15 m Höhe mit PAP-Teleskopstab-Stativ.Trassenverlauf K 30 neu, auf dem hinteren Feld wird zZt. gegraben
    Grabungsfeld
    Teil von einem Haus? - Befund noch unklar


    Hallo, Ulli
    Was verwendest Du für ein Stativ und wo hast Du es herbekommen ??evtl auch Preis ??
    Habe auch Interesse an so etwas
    Habe es mit einer langen Angelrute versucht, ist aber ein wenig "schwabbelig"
    Gruß aus Nordhorn
    Jürgen
    http://www.nordhorn-kite-fliers.de

    Jürgen[quote]
    Der Optimist sagt: Das Glas ist halbvoll!
    Der Pessimist sagt: Das Glas ist halbleer!
    Unsere Kids sagen: Ey, das Glas ist voll leer!
    (Harald Schmidt)

  • Der Thread von Matthias ist ein ganz bedeutsamer Hinweis. Die Fa. Wischmop-shop hat inzwischen auch die Idee aufgegriffen, mit dem Teleskopstab zu fotografieren und bietet einmal als Zubehör einen Kamerafuß mit Stativschraube an und zum anderen auch mit montierter Kamera, wohl aber eher um die Dachrinne zu inspizieren. Die Videoübertragung mit Typhoon Camera ist sicher besser. Für die Stromversorgung des Empfängers verwende ich übrigens mit sehr langer Einsatzdauer einen Lipo-Akku: LEMONRC LiPO 600-7,4V, ohne Spannungsreduzierung. Gewicht 35 Gramm, der passt in das Batteriefach.
    Die Aufnahmen von Uli aus 15 m Höhe sind mit einem mobilen, handgehaltenen Stab kaum möglich, ab über 12 m Höhe findet der Mast mit Stativ Verwendung, was erheblich mehr Aufwand erfordert.
    Mit dem Alustab (8 m) habe ich etwas Probleme: es blieben wohl kleine Sandpartikel an den Einschubstangen haften, sodass besonders der unterste Teil nur mit Mühe zusammen geschoben werden kann. Demnächst werde ich versuchen die Stange auseinander zu nehmen und zu reinigen.
    An Jürgen: siehe auchhttp://www.grabungswoerterbuch.de unter Luftbildtechnik, PAP Pole Aerial Photography.


    Gruss Credi

  • Zitat

    Original von Credi
    Der Thread von Matthias ist ein ganz bedeutsamer Hinweis. Die Fa. Wischmop-shop hat inzwischen auch die Idee aufgegriffen, mit dem Teleskopstab zu fotografieren und bietet einmal als Zubehör einen Kamerafuß mit Stativschraube an und zum anderen auch mit montierter Kamera, wohl aber eher um die Dachrinne zu inspizieren. Die Videoübertragung mit Typhoon Camera ist sicher besser. Für die Stromversorgung des Empfängers verwende ich übrigens mit sehr langer Einsatzdauer einen Lipo-Akku: LEMONRC LiPO 600-7,4V, ohne Spannungsreduzierung. Gewicht 35 Gramm, der passt in das Batteriefach.
    Die Aufnahmen von Uli aus 15 m Höhe sind mit einem mobilen, handgehaltenen Stab kaum möglich, ab über 12 m Höhe findet der Mast mit Stativ Verwendung, was erheblich mehr Aufwand erfordert.
    Mit dem Alustab (8 m) habe ich etwas Probleme: es blieben wohl kleine Sandpartikel an den Einschubstangen haften, sodass besonders der unterste Teil nur mit Mühe zusammen geschoben werden kann. Demnächst werde ich versuchen die Stange auseinander zu nehmen und zu reinigen.
    An Jürgen: siehe auchhttp://www.grabungswoerterbuch.de unter Luftbildtechnik, PAP Pole Aerial Photography.


    Gruss Credi


    Interessant, Danke Euch beiden
    Gruß aus Nordhorn
    Jürgen
    http://www.nordhorn-kite-fliers.de

    Jürgen[quote]
    Der Optimist sagt: Das Glas ist halbvoll!
    Der Pessimist sagt: Das Glas ist halbleer!
    Unsere Kids sagen: Ey, das Glas ist voll leer!
    (Harald Schmidt)