Nun gut, wahrscheinlich ist der Ausgang dieses Vergleichs von vornerein klar :-O , aber ich konnte gestern bei relativ ordentlichen Wind beide Matten direkt miteinander vergleichen, und es ist mir ein Bedürnis, meine Erfahrungen mitzuteilen .
Wolkenstürmer Paraflex 1.0:
Definitiv eine Anfängermatte. Die Spannweite beträgt 1,65m und die Matte kommt fertig angeleint mit Bar zum Käufer, für schlappe 44,-€. Meine Version ist farblich abgestuft von schwarz über lila und blau bis weiß. Es gibt sie noch in Regenbogenfarben und wohl in einem gelb-orange. Zusätzlich gibt es noch eine längliche Tasche (mit Klettverschluss), in die - und das ist wirklich ein Vorteil - die Para sauber und schnell verpackt werden kann. Die obere Kante der Matte einfach ca. 15 cm einklappen, zusammenrollen - fertig. Bisher habe ich noch nie irgendwelchen Schnursalat gehabt.
Sowohl die Tasche als auch die Matte selber machen verarbeitungstechnisch einen sehr guten Eindruck - soweit ich das beurteilen kann/darf.
Startverhalten:
Vor einiger Zeit habe ich die Bar abmontiert und sie durch zwei Holzgriffe ersetzt, da ich glaube, dass man durch zwei voneinender unabhängige Griffe doch noch ein wenig bessere Kontrolle hat. Die Para steht absolut sauber am Boden - gibt wirklich ein schönes Bild ab - und durch einen winzigen Zug steigt sie anstandslos in die windigen Gefilde.
Flugverhalten:
Jo, sie fliegt. Sie fliegt nach rechts und sie fliegt nach links, sie parkt anstandslos. Manöver werden sauber gefogen, sie reagiert gut auf Lenkbewegungen. Noch vor einer Weile hatte ich auch den Eindruck, dass sie Power hat und bei etwas kräftigeren Wind auch gut "Druck" macht. (Meine Ma - 63 Jahre alt und begeisterte "Stäbchenfliegerin" hats sogar mal zum stolpern gebracht.) Sie ist mir selten eingeklappt, und wenn, war sie leicht wieder vom Gegenteil zu überzeugen. Abgestürzt aufgrund eines Klappen ist sie mir nie. Viele der Aldi-Lidl-Baumarktmatten können der Para niemals das Wasser reichen.
Fazit:
Für den absoluten Anfänger, der nicht Unmengen Geld ausgeben will, trotzdem etwas fliegendes haben möchte, ein guter Tipp. So schlecht, wie der Ruf der Paras ist, ist diese Matte wirklich nicht. Die Verarbeitung (zumindest von meiner) lässt keine Wünsche offen. Nochmal: Wer das Mattenfliegen erstmal ausprobieren will, der kann zur Para greifen.
Elliot Sigma Spirit 2.0
Gilt wohl auch noch als Anfängermatte. Die Sigma ist nur wenig größer als die Para (1,90m) und ist insgesamt etwas "schlanker". Ca. 30,-€ mehr muss der Käufer auf die Theke betten, um dieses Teil sein eigen nennen zu dürfen. Die Sigma hat ein sehr ansprechendes Design, und der Käufer kann sich zwischern drei Farben entscheiden - blau, rot und gelb.
Der erste "Shock" stellt sich ein, wenn man den winzigen Packsack sieht, und man glaubt, dass sich der Lieferant in der Größe vertan hat. Doch mitnichten. Die Sigma wird in ein Beutelchen gestopft, das gerade mal 20x15cm groß ist und mittel Reißverschluss verschlossen wird. Die Leinen muss man selbst anknüpfen, was aber kein wirkliches Problem ist. Statt einer Bar gibt es zwei Lenkschlaufen, die allerdings nicht sooo doll sind (nach kurzer Zeit gibts häßliche Muster in der Haut). Hier muss ich sagen, dass mir die Verpackungsvariante der Para einfach besser gefällt. Zumal die Tasche der Para aus wesentlich stabileren Material ist. Und das Einpacken der Sigma in den Minibeutel empfinde ich als unangenehm. Bisher hatte ich schon mal Schnursalat.
Startverhalten:
Nun, die Sigma liegt eher unmotiviert am Boden rum, d.h. dass die Para leichter am Boden steht. Das könnte aber auch an den etwas schwereren Griffen der Para liegen. Das Startverhalten der Sigma ist ansonsten perfekt. Auch sie geht direkt hoch und baut noch etwas schneller, aber auch plötzlicher Druck auf.
Flugverhalten:
Ganz klar - hier toppt die Sigma die Para um Längen. Es ist erstaunlich, wieviel Unterschied 25cm Spannweite und ein anderes Shape machen kann. Bei gleichem Wind baut die Sigma viel mehr Druck auf und fleigt auch wesentlich schneller. Sie reagiert auf Lenkmanöver noch schneller und exakter. Zwar kommt Klappen auch bei ihr manchmal vor, aber durch leichten Zug ist das auszugleichen. Im direkten Vergleich könnte man sagen, die Para besteht aus Pappe und wird von Gummibändern gehalten, während die Sigma eine Metallplatte ist und an Stahlseilen befestigt ist (ok, Metall wird nicht fliegen, ist eher im übertragenden Sinne gemeint). Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Fazit:
Tolles Teil für den Anfänger. Wer bereit ist 75,-€ auszugeben, sollte zur Sigma greifen. Das Flugverhalten und das Disign sprechen einfach für sich. In der Verarbeitung kann ich als Anfänger keinen großen Unterschied zur Para feststellen.
Wer hat gewonnen?
Die Para hat ihre Vorzüge. Sie ist für kleine Kinder oder den blutigen Anfänger mit schmalen Geldbeutel sehr gut geeignet, weil sie FLIEGT. Zumal punktet sie am Boden . Das Verpacken funktioniert auch sehr gut, und die Bar ist ein feines Zusatzteil.
Letztendlich siegt aber - oh Wunder - die Sigma. Schließlich kommt es darauf an, wie sich die Matte in der Luft verhält. Und hier ist die Sigma einfach nicht zu schlagen - von der Para. Selbst bei relativer Flaute, in der die Para nicht hochzubekommen war, ließ sich die Sigma überreden, ein paar Runden zu drehen. Die Geschwindigkeit und der Druck dieser Matte macht denn auch viel mehr Spaß.
Nun, ich bin noch Anfänger, wenn ich mich also in manchen Sachen nicht richtig ausgedrückt habe, oder noch etwas vergessen habe ... bitte, ich lerne gerne dazu!
Ansonsten viele Grüße und guten Wind!
Mofjor
- Editiert von Mofjor am 16.10.2007, 18:35 -