Hilfe bei Reparatur des "Luna Moth Kite" von Carsten Domann

  • Hallo,



    dies ist mein erster Post in diesem Forum, weshalb ich mich kurz vorstellen möchte:


    Ich lebe in Süddeutschland und meine Leidenschaft für Drachen wurde erst vor etwa zwei Jahren geweckt – seit dem nutze ich jede Gelegenheit die sich mir bietet, um Drachen steigen zu lassen.

    Ich interessiere mich ausschließlich für Einleiner und baue seit kurzem auch eigene – allerdings nur mit Bambus und Papier. An die Nähmaschine traue ich mich noch nicht ran – hier lasse ich mir gegebenenfalls von dritten helfen.


    Vor einiger Zeit habe ich einen gebrauchten „Luna Moth Kite“ von Carsten Domann erworben, der aktuell zusammen mit seinem roten „Canard Kite“ und dem „Swabian Roller Kite“ von Peter Hespeler zu meinen liebsten Drachen zählt. Ich habe ihn (wegen des kleinen Windbereichs und des im Vergleich etwas beschwerlichen Aufbaus) noch nicht so oft geflogen und deshalb ist mir jetzt erst aufgefallen, dass ein Stück vom Kiel fehlt – geflogen ist er trotzdem wunderbar.


    Da es gerade nicht möglich zu sein scheint Bilder hochzuladen: Das Stück fehlt an der Spitze des Drachens. Es handelt sich um ca. 10cm. Gebrochen ist der Stab knapp oberhalb des obersten Stopperclips - da sich unterhalb des Clips die Aufnahme der Fühler befindet, ließ sich der Drachen auch so fliegen.

    Leider weiß ich nicht, wie lang das fehlende Stück war. Ich bin mir auch nicht sicher, wie der Abschluss aussieht, gehe aber davon aus, dass es sich um eine Splitkappe handelt, in die das Gurtband zwischen den Fühlern eingefädelt wird. Da der Drachen bereits jetzt schon ganz schön unter Spannung steht, möchte ich beim Ersatz der Kiel-Stange unbedingt die richtige Länge verwenden. Oberhalb des Kreuzverbinders und des Schauchs zur Aufnahme der Glasfaserstangen der Fühler gibt es einen festgeklebten Stopperclip.


    Hat jemand den Drachen im Originalzustand und könnte mir bitte den Abstand zwischen der Oberkante des Clips und der inneren Aufnahme der Splitkappe (da wo das Saumband aufliegt) nachmessen?

    Ich habe noch zwei Bilder zum besseren Verständnis gemacht - aber das Hochladen scheint nicht zu klappen...

    Vorhandene Schäden am Polyester habe ich bereits repariert – nicht ganz fachmännisch, aber hoffentlich vollkommen ausreichend, um ihm noch ein langes Leben zu bescheren…


    Vielen Dank im Voraus

    Miguel

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  • Hallo Miguel

    Der Kielstab hat inclusive Splitnocke oben

    und Endkappe unten 99cm

    und ist ein 6er Carbonstab in einem Stück.

    Könntest einen 1 Meter 6er Carbonstab nehmen

    und je nach verwendeter Endkappe und

    Splitnocke auf 99 anpassen.

    Da unten ein Klettverschluss dran ist,

    käme es auf einen Zentimeter aber auch nicht an.

    Ein Foto habe ich gemacht, kann es aber

    im Moment nicht hochladen.


    Grüße aus dem wilden Süden

    der Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von oldscool ()

  • Hallo Miguel,

    Du kannst noch keine Bilder hochladen, da Du Dich erst vor kurzem angemeldte hast. Das dauert immer ein paar Tage bis das frei geschaltet wird.


    Der Kleistab hat unten einen Klettverschluß, das heißt, es ist nicht wichtig, dass der Stab auf den milimeter-genau die richtige Länge hat. Auch die Stelle des Stopperclips für die Fühler kannst du selbst ermitteln.

    Schiebst Du den Schlauch für die Fühler richtung Eddy-Kreuz, stehen die Fühler etwas näher beisammen. Schiebst Du den Schlauch richtung Stabende, stehen die Fühler weiter auseinander.

    Auf die Flugeigenschaften hat das keinen Einfluß.

    Da ich selbst kein Exemplar aus der Produktion habe, kann ich leider nicht nachmessen.


    Wenn Du weitere Fragen hast, melde Dich gernen.


    Grüße Carsten


    P.S. Bernd war schneller :thumbsup:

  • Hallo Bernd,


    vielen Dank für deine Erläuterungen. Ich hätte dir gerne früher geantwortet, aber erst war ich im Freizeitstress und abends konnte man sich vorübergehend nicht mehr einloggen…


    Der Einschnitt in den Splitnocken geht ja bei jedem Typ unterschiedlich weit rein, weshalb man die Länge eigentlich ab diesem Punkt messen müsste – wobei du wahrscheinlich vollkommen recht hast und diese 3-4 mm Toleranz irrelevant sind.


    Mir ist der Drachen immer wieder vom Himmel gestürzt, wenn nicht genügen Wind war, oder er zu steil über mich hinweg geflogen ist. Ich habe mir Messingstangen mit einem Durchmesser von 3,5 mm in drei verschiedenen Längen zugeschnitten, die ich nach der Reparatur, links und rechts in die untersten Stabstaschen schieben wollte, um das Gewicht am Heck zu erhöhen. In der kürzesten Variante wären das 40g, der mittleren Variante 50g und in der langen Variante 60g zusätzliches Gewicht. Wobei es mich ein bisschen schmerzt, einem filigranen Drachen zusätzliche Gewichte ans Heck zu hängen. Aber das ist mir lieber, als ihm dabei zuzusehen, wie er ungebremst in den Boden rammt. Vielleicht verbessern sich die Flugeigenschaften auch nochmal, durch die Kielreparatur?


    Was sind denn deine Erfahrungen mit dem Modell?


    Ich würde mich freuen, wenn du bei Gelegenheit noch das Bild hochladen könntest, das du aufgenommen hast. Ich würde das gerne vergleichen, um auszuschließen, dass es mehr Abweichungen vom Original gibt.


    --


    Hallo Carsten,


    ich freue mich sehr über deine Antwort.

    Dass du selbst keine Drachen aus der Produktion besitzt, finde ich erstaunlich.


    Eigentlich habe ich mich schon vor einiger Zeit angemeldet – bislang aber nur still mitgelesen...


    Vorerst habe ich keine Fragen mehr, komme aber bei Gelegenheit gerne auf dein Angebot zurück.



    Viele Grüße und eine schöne Woche

    Miguel

  • Hello again Miguel

    Wie gut, dass es keine Karenzzeit gibt für´s Antworten hier ;)

    Das Thema mit dem Übersteigen und dem vorn überkippen kenne ich auch.
    Ich habe den gleichen Lösungsansatz mit den Messinggewichten und

    hab die in den Klettverschluss unten am Kielstab mit eingesteckt.

    So ganz löst es das Problem nicht.

    Zusätzlich habe ich die beiden unteren Stäbe ausgetauscht
    gegen zwei GFK Vollstäbe. Das ergibt am unteren Ende ein Mehrgewicht

    von ca. 25 Gramm.

    Am Ende ist es leider kein extremer Leichtwindflieger
    und es geht nur mit mehr Wind und deutlich steilerer Einstellung.

    Was ich demnächst noch ausprobieren werde,
    ist ein farblich passender Raschelschwanz mit 3-4 Meter Länge,
    um etwas Zug nach hinten zu erzeugen.


    Vielleicht kann Carsten zu der Problematik noch was beisteuern,

    als "Vater" der Luna Moth :)


    Grüße aus dem wilden Süden

    der Bernd



    p.s. Bilder folgen, sobald hochladen wieder möglich ist

  • Hallo,

    ich habe den Protoypen schon oft geflogen. Dass er übersteigt, kam recht selten vor, aber wenn dann ist es nur durch wirklich schnelles Einholen der Leine zu retten. Vielleicht hilft es, wenn ihr den Drachen etwas steiler stellt.


    Ein zusätzlicher Schwanz passt nicht zum Schmetterling, wird aber sicher funktionieren.

    Ich fliegen den Drachen meist ganz leichtem Wind. Da benimmt er sich eigentlich sehr gutmütig.


    Gruß Carsten

  • Hallo,


    ein Schwanz käme für mich bei diesem Drachen auch nicht infrage.


    Ich werde mal probieren ihn etwas steiler einzustellen, falls die Gewichte nichts bringen - wobei sich damit ja auch die Belastung auf das bis zu 2 mm dünne Gestänge erhöht...


    Das Übersteigen wäre an sich ja kein Problem, wenn er in diesem Fall, wie der Canard, einfach gleiten oder langsam absinken würde, ohne aus seiner horizontalen in eine vertikale Position zu wechseln.

    Vielleicht bekomme ich das mit den zusätzlichen Gewichten hin... Da die Stabtaschen nochmal deutlich unterhalb des Klettverschlusses des Kielstabes sitzen, hoffe ich, dass der Hebel und die zusätzlichen 40g ausreichen um die Motte bei nachlassendem Wind bzw. Leinenspannung in einen Gleit-Sinkflug zu bringen. Leichter Wind ist hier im Süden, leider auch mal schnell ein paar Sekunden lang gar kein Wind.


    Zum Einholen der Leine bräuchte ich in diesem Fall ein Gerät um schneller zu sein, als die Fallgeschwindigkeit des Drachens - das schaffe ich mit der Hand nicht.


    Vielen Dank und viele Grüße

    Miguel

  • Hallo nochmal

    Stimmt schon, ein Raschelschwanz würde die Optik sehr stören
    und nicht sonderlich gut zum Drachen passen.

    Wäre die letzte Lösung, wenn am Ende gar nichts helfen würde

    und der schöne Drachen gar nicht zum fliegen aus der Tasche käme.


    Was auch stimmt ist, dass beim vorn über kippen und im Steilflug nach unten

    die Luna Moth so schnell wird, dass auch mit der großen Spule nicht mehr

    schnell genug gekurbelt werden kann, um wieder Spannung auf die Leine zu bekommen.


    Bisher hatte ich die Ausgleichsgewichte am Ende des Kielstabs platziert.
    Deinen Ansatz, die Gewichte an den unteren beiden Stäben anzubringen, finde ich gut.

    Ohne größeren Aufwand könnte man dünne Messingstäbchen in verschiedenen Längen

    in die hohlen Originalstäbe einschieben. Mit verschiedenen Längen könnte man das

    passende Gewicht zum Ausbalancieren heraus finden.


    Carsten
    Hat dein Prototyp exakt die gleiche Bestabung wie die später im Handel erhältlichen

    Luna Moth Kites?



    Grüße aus dem wilden Süden

    der Bernd




    drachenforum.net/wcf/attachment/80969/


    monophon

    2 Mal editiert, zuletzt von oldscool ()

  • Hallo Bernd,


    danke für das Bild - sieht tatsächlich etwas anders aus bei mir:

    Du hast je einen Stopperclip über und unter dem Kreuzverbinder und keinen über dem Schlauch.

    Ich habe nur einen und der sitzt auch noch über dem Schlauch - da ist nicht nur der Stab gebrochen, sondern da wurde wohl auch schon gebastelt...


    Es gibt im Bauhaus Messing-Vollstäbe mit einem Durchmesser von 3-4 mm. Die haben etwa 1g Gewicht pro cm und passen zusammen mit dem Originalstab in die Tasche. Da musst du nix basteln, da ist genug Platz neben dem Stab.


    Viele Grüße

    Miguel



  • Die Stopperclips sollen Im original das Eddykreuz fixieren und haben nichts mit dem Schlauch für die Fühler zu tun. Das Eddy Kreuz würde ich bei dir auch tauschen. Es hat schon ein bißchen weisbruch.

    Das Kreuz sitzt direkt unter dem Waagepunkt im Segel.

    Nimm den neuen Stab, setze die Splitkappe drauf und baue ihn ohne stopperclips ein. Dann markierst du den Waagepunkt. Anschließend kannst du das Eddykreuz, die Waage und die Stopperclips wieder anbringen. Dann sollte alles passen.


    Im original waren als kKelstab und in den Schwänzen Skysharks verbaut. jetzt sind es 6er kohle glaub ich.


    Gruß Carsten

  • Hallo Carsten,


    top! Danke für deine Hinweise - das hilft mir wirklich sehr weiter.


    Ich war mir unsicher, ob diese weißen Eddykreuze, die aktuell bei Metropolis erhältlich sind, wirklich mehr aushalten als das angebrochene blaue. Die blauen sind im Knick noch etwas verstärkt und da wirken wahrscheinlich hohe Kräfte bei diesem Drachen. Aber ich werde es trotzdem austauschen...


    Ich habe ein Metro-CFK Rohr bestellt. Die Skyshark hatte ich mir auch angesehen, aber die gibt es zylindrisch nicht länger als 83cm...


    oldscool Ich habe die Messingstäbe gemessen: Es sind 4mm Durchmesser.


    Viele Grüße

    Miguel

    Einmal editiert, zuletzt von monophon ()

  • Hallo Miguel


    Danke für die Info.

    Die Messingrundstäbe gibt's auch in 2.9 mm.

    Werd das bei nächster Gelegenheit testen

    und hier wieder berichten.

    Dir gutes Gelingen bei der Reparatur

    und danach einen erfolgreichen ersten "Ausflug"

    mit deiner Luna Moth.

    Würde mich freuen hier eine positive Nachricht

    darüber zu lesen.


    Grüße aus dem wilden Süden

    der Bernd

  • Hallo Bernd,


    die passen in 4 mm gut in die Stabtasche mit rein und sitzen dann auch halbwegs fest. Ich würde die nicht dünner kaufen. Je kürzer du die machen kannst, desto weiter hinten sitzt das Gewicht. Und sie rutschen nicht raus in 4 mm.


    Geflogen ist er auch im beschädigten Zustand schon, aber ich melde mich nochmal, wenn ich das optimale Gewicht ermittelt haben.


    Grüße

    Miguel


  • Hello again ;)


    Versuch macht kluch und in dem Sinne

    werd ich beides probieren.

    Also erst verrichten, dann berichten.


    Wir lesen uns

    der Bernd